Seit April 2009 kooperiert Bridges Fotoprojekt mit der Ausstellung `The Family of Man` und Clervaux - Cité de l`image in Luxemburg. Beide Projekte befassen sich mit den Einflussmöglichkeiten von Fotografie auf die regionale Entwicklung. Über einen intensiven Erfahrungsaustausch und gemeinsame Aktivitäten sollen die Projekte in ihren Möglichkeiten und Wirkungen gestärkt werden.
Im Rahmen des Begleitprogrammes von Destroy / Create erfolgte eine Exkursion nach Clervaux. Die Ausstellung der Arbeit zweier Dortmunder Fotografiestudenten im Stadtbild von Clervaux gründet sich auf erste Schritte des gemeinsamen Erfahrungsaustausches.
Der Naturpark Our ist der eigentliche Initiator dieses Projektes. Seine Aufgabe ist neben dem Naturschutz, die ökonomische und kulturelle Entwicklung der Region. Tätigkeitsfelder sind die Bereiche Landwirtschaft, Tourismus, Umweltbildung und Kultur. Clervaux ist eine der 11 Gemeinden, die zum Naturpark Our gehören. Der Naturpark favorisiert die Identitätsfindung der einzelnen Gemeinden, erarbeitet mit ihnen zusammen zielgerichtete Konzepte aus und fördert die praktische Umsetzung.
Der Kooperation zwischen dem Naturpark Our und der Gemeinde Clervaux ist es zu verdanken, dass aus dem kulturellen Entwurf „cité de l`image“ seit September 2008 eine Vereinigung ohne Erwerbszweck geworden ist.
Die V.o.E. „Clervaux – cité de l`image“ organisiert verschiedene Projekte: hierzu gehören unter anderem temporäre Ausstellungen, aber auch die sogenannten « Gärten », die Ausstellungsfläche unter freiem Himmel im öffentlichen Stadtraum bieten. Die Gärten sind im Ausbau. In den nächsten Jahren sollen zu den drei bestehenden Plätzen noch weitere hinzukommen.
Die Fotografie dringt in den Stadtraum ein und wird Teil des Alltags der Bewohner. Dieses Unterfangen birgt einige Herausforderungen. Wenn die Fotografie in den öffentlichen Raum einzieht, soll das nicht einer Belagerung gleichkommen. Es geht darum die einheimische Bevölkerung für das Projekt zu interessieren und progressiv das Medium Fotografie in den Stadtraum zu integrieren. Dieser Prozess soll durch den Austausch mit der lokalen Bevölkerung wachsen. So sind die einzelnen Installationen nicht nur auf die physischen Gegebenheiten der Gärten ausgerichtet, sondern berücksichtigen auch die Identität der Ortschaft, mit ihren sozialen Strukturen und kulturellen Besonderheiten.
Zu den Eigenarten der Ortschaft gehören die reizvolle Lage und das malerische Gesamtbild der umliegenden Kulturlandschaft. Beide Faktoren verankern Clervaux in einer langen Tradition des Tourismus. Die Lokalität genießt ein idyllisches Image. In diese ländliche Idylle, die fast noch Dorfcharakter besitzt, zeigt sich die zeitgenössische Fotografie manchmal als Kontrastprogramm. Wenn man von dem Projekt der „Gärten“ ausgeht, lässt sich diese Gegensätzlichkeit bereits erahnen. Die traditionelle Idee des Gartens verweist auf eine Fläche die Pflanzen vorbehalten ist, gegebenenfalls Gemüse oder Kräuter beinhaltet. Der Zweck des klassischen Gartens ist rein ernährungstechnisch zu verstehen oder im besten Falle vielleicht auch noch ein ästhetischer. Die Gärten in Clervaux erfüllen eine andere Funktion.
Die Fotografien manifestieren eine eigene Präsenz, unterliegen keiner dekorativen Zweckmäßigkeit, hinsichtlich einer visuellen Stadtverschönerung. Die Bilder eröffnen neue Perspektiven, stellen Denkansätze, konfrontieren, interpretieren. Sie sind wie offene Fenster im freien Raum, erlauben sowohl den Einblick als auch einen Ausblick.
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